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VERARBEITUNG
DES FRISCHBETONS

Einbau und Verdichtung

Der Beton darf sich beim Einbau und Verdichten nicht entmischen, damit die gewünschten Eigenschaften erhalten bleiben. Daher sind insbesondere die nachstehenden Punkte zu beachten:

Freie Fallhöhe: Wenn der Beton frei fällt oder fließt, kann sich grobes Material vom Mörtel absondern. Er ist deswegen bis knapp über die Betonoberfläche in Rohren oder ähnlichem zu leiten. Die zulässige maximale freie Fallhöhe beträgt 1,5 m.
unterbrechungsfreier Einbau: Bei jeder unterbrechung des Betoniervorganges entstehen an der Betonoberfläche geringfügige Anreicherungen des Feinmörtels, die im erhärteten Beton sichtbar sind. Insbesondere bei Sichtbeton ist dies ein Mangel.
Beachtung der Dichte der Bewehrungslage und der Bewehrungsführung. Fachgerechte Verdichtung durch so genannte Rüttler (Rüttelflasche, -bohlen, -tische, Außenrüttler), Wahl des richtigen Rüttlers, Rüttelzeiten, Eintauchtiefen etc.
Falls erforderlich kann die oberfläche nicht geschalter Flächen unmittelbar nach dem Verdichten verrieben, geglättet oder mit einer anderen entsprechenden Struktur (z.B. Besenstrich) versehen werden.

Der eingebaute Beton muss praktisch vollständig verdichtet werden. Praktisch voll- ständiges Verdichten heißt, dass der Beton so gut verdichtet wird, dass er nur 0,5 bis 2 Volumsprozent Verdichtungsporen aufweist.

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MERKE:

Möglichst langes Belassen der Schalung bietet eine hervorragende Nachbehandlung.

Herstellung von Betonfertigteilen

Betonfertigteile werden in Fertigteilwerken im Allgemeinen in größerer Stückzahl hergestellt. Durch Serienfertigungen werden die Schalungskosten reduziert, da die Schalungen in den Werken mehr- bzw. vielfach genutzt werden können. Durch die industrielle Fertigung in der Halle können durch die gleichbleibenden Arbeitsbedingungen und unabhängig von Witterungseinflüssen besonders hohe Produktqualitäten kontinuierlich über das gesamte Jahr leichter erzielt werden. Insbesondere bei Verwendung von Stahlschalungen werden sehr hohe und gleichbleibende Maßgenauigkeiten erzielt.

Die Anlieferung der Fertigteile erfolgt zumeist just in time, die vorgefertigten Elemente können aber auch entsprechend den Arbeitsabläufen vorher auf der Baustelle gelagert werden. Durch die Verwendung von Fertigteilen ergeben sich sehr kurze Montagezeiten auf der Baustelle, Lärmbelastungen für angrenzende Anrainer werden dadurch reduziert.

Entschalen von Bauteilen aus Beton

Wenn der Beton entsprechend erhärtet ist, wird das Bauteil entschalt. Der Ausschal- zeitpunkt liegt in der Verantwortung des Bauleiters. Die Ausschalfristen sind je nach Festigkeitsklasse des Betons, den Temperaturen und der Zementart festgelegt. Bei den Ausschalfristen wird nach seitlicher und tragender Schalung unterschieden. Je früher entschalt wird, desto sorgfältiger muss die Nachbehandlung nach dem Entschalen sein. Der Abbau von unterstellungen und Rüstungen darf erst nach Nachweis der erforderlichen Betonfestigkeiten erfolgen.

beton und du entschalen

ABBILDUNG: Nach entsprechender Erhärtung des Betons wird die Schalung (oder Schaltafeln) entfernt, sie können anderweitig wieder verwendet werden.

Nachbehandlung

Betonoberflächen sind vor frühzeitiger Austrocknung zu schützen. Das erreicht man durch Aufbringen eines Verdunstungsschutzes (Folien, aufgesprühte Nachbehand- lungsfilme), Bewässern der Betonoberfläche, Lagern in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder durch Verlängerung der Ausschalfristen.

Bei Außentemperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt muss der frisch eingebaute Beton vor Abkühlung geschützt werden, weil auch erhärteter frostbeständiger Beton im jungen Alter von Frost zerstört wird. Maßnahmen sind aber auch dann erforderlich, wenn hohe Tagesspitzen der Lufttemperatur (etwa 30° c) erwartet werden. Wind, besonders bei geringer Luftfeuchtigkeit, kann die Betonoberfläche austrocknen und zu Minderqualitäten führen. Eine fehlende oder mangelhafte Nachbehandlung des Betons verschlechtert vor allem die Betongüte an der oberfläche und führt zu hoher oberflächenporosität bzw. Absandungen an der Oberfläche.

 

Schalung und Rüstung für Betonbauteile

Betonbauteile sind in beliebigen Formen herstellbar. um die gewünschte Form zu erzielen wird der Frischbeton in entsprechend formstabile Schalungen eingebracht, welche den auftretenden Kräften entsprechend auszuwählen sind. So ist insbesondere auf den Schalungsdruck Acht zu geben. Schalungen können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, wie z.B. Holz, Kunststoff oder Stahl. Die entschalte Betonoberfläche spiegelt den Abdruck der Schalhaut wider. Damit sind so wie bei der Formgebung der Betonbauteile auch bei der oberflächengestaltung praktisch keine Grenzen gesetzt. Schalöle werden hauchdünn auf die Schalhaut aufgetragen, um die Entschalung zu erleichtern.

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MERKE:

Schalungen müssen dicht ausgeführt werden. Jede Verunreinigung wird auf der Betonoberfläche abgebildet.

beton und du schalung

ABBILDUNG: Nach entsprechender Erhärtung des Betons wird die Schalung (oder Schaltafeln) entfernt, sie können anderweitig wieder verwendet werden.

Wesentliche Anforderungen an die Schalung und Rüstung:

  • Zum Abtragen der vertikalen Lasten sind entsprechend dimensionierte unterstellungen notwendig.
  • Stützung des Betons während und nach dem Betonieren bis zum Erreichen einer ausreichenden Tragfähigkeit. Dabei auftretende Kräfte, wie Frischbetondruck, Verkehrslasten, Arbeitsbetrieb und Windkräfte müssen sicher aufgenommen und abgeleitet werden.
  • Formgebung und Maßhaltigkeit: Verformungen und Durchbiegungen der Schalung dürfen nur im Rahmen der zulässigen Toleranzen liegen.
  • Dichtigkeit: Es dürfen keine Feinteile des Frischbetons durch Ritzen oder Fugen in der Schalhaut verlorengehen.
  • Die Schalung ist nicht nur für Sichtbeton von großer Bedeutung, sondern auch für die Qualität der geschalten Betonoberfläche mitverantwortlich. ungleichmäßigkeiten der Schalung bewirken ungleichmäßige Betonoberflächen.
  • Da die Farbe des Betons bei niedrigem W/B-Wert dunkler wird, führen änderungen des W/B-Wertes, etwa durch ungleich saugende oder undichte Schalung, zu unter-schiedlicher Farbe der Betonoberfläche.
  • Trennmittel hauchdünn, gleichmäßig und zeitgerecht auftragen (siehe Verarbeitungshinweise).
  • Niemals zwei oder mehrere Trennmittel mischen.
  • Bei selbstverdichtendem oder fließfähigem Beton erhöhten Schalungsdruck und Auftrieb beachten!
  • Saugfähige Schalungen ergeben schönere Sichtflächen als glatte, nicht saugende Schalungen.